Claudia Zempel

Kommunen können und sollen Impulsgeber und Kümmerer für Politik, Jugend, Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen sein, um vor Ort Nachhaltigkeit konkret und erlebbar zu machen. Durch vorbildliche Projekte und Konzepte beispielsweise zur Müll- und Plastikvermeidung, Energieeinsparung, nachhaltigen und fairen Beschaffung, Verkehrsplanung oder auch nachhaltigen Finanzwirtschaft kann das Thema Nachhaltigkeit dauerhaft in gemeinsames, kommunales und gesellschaftliches Handeln überführt werden. Der Nachhaltigkeitspreis Schleswig-Holstein fördert dieses Engagement auch in den Kommunen und lädt ein zur Nachahmung!

Iris Haulsen

Das Jahr 2020 ist das Corona-Jahr. Covid19 hat alles verändert: Das Miteinander in der Gesellschaft, das ökonomische Tempo, das sozial-ökologische Bewusstsein. Diese Krise hat uns im Angesicht der persönlichen Krankheitsbedrohung bewusst gemacht, dass Klimakrise oder soziale Spaltung keine Symptome einer Welt sind, die sich ganz weit weg befindet. Vielmehr sind sie Zeichen einer Gesellschaftserkrankung, die uns sehr nahe ist. So schwerwiegend das Virus für die Gesundheit und das Leben der Einzelnen ist, so gefährlich sind alle Ausprägungen, die wir als Folgen bezeichnen, für unsere Gesellschaft insgesamt: Existenzen sind bedroht, ganze Wirtschaftszweige lahmgelegt, das einst harmlose Niesen unseres Tischnachbarn wird nun zum Indiz einer möglicherweise lebensbedrohlichen Infektion. Familien zeigen sich überlastet, die Vereinsamung des Einzelnen schreitet voran – Corona drängt uns zu einem Neuanfang in vielen gesellschaftlichen Bereichen und ist damit auch eine Chance: Wie soll die Gesellschaft aussehen, in der wir leben wollen? Wie erreichen wir die UN-Nachhaltigkeitsziele? Wie schaffen wir ein soziales Miteinander für heute und morgen? Wie erreichen wir Achtsamkeit und Sorge für einander, schonen unsere Ressourcen und sorgen gleichzeitig für ein sozial ausgewogenes und nachhaltig gerechtes Miteinander und die Entfaltungsmöglichkeiten eines jeden? Wir erleben, dass diese grundlegenden Anforderungen an unsere Gesellschaft existenzielle Güter teuer machen: Nahrung, Wohnung, Mobilität – all das muss für alle gewährleistet sein, wenn wir nicht zulassen wollen, dass unsere sozial ohnehin fragile Gesellschaft wirklich an ihrer Spaltung zerbricht. Was können oder müssen wir anders und besser machen? Mit den Projekten aus dem Nachhaltigkeitspreis zeigen Menschen, dass jeder etwas bewegen, seinen Beitrag leisten kann, dass sich jeder von uns die Frage nach dem „anders“ und „besser“ mit Erfolg stellen sollte. Ich freue mich darauf, in der Jury zum Nachhaltigkeitspreis wieder mit dabei zu sein. Ich bin gespannt auf die Projekte, die zum Mitmachen und Nachahmen anregen und uns allen einen neuen Schub geben werden: in Richtung einer gesunden Zukunft mit Hoffnung und Zuversicht.