Prof. Dr. Florian Dünckmann

Nachhaltigkeit braucht Commitment. Leider existiert für dieses englische Wort keine passende deutsche Übersetzung: Es steht einerseits für den Einsatz, den engagierte Menschen an den Tag legen. Andererseits bezeichnet Commitment aber auch Verpflichtung bzw. Bindung. Während Freiheit und Ungebundenheit für viele Menschen und Unternehmen wichtige Ideale darstellen, gehen nachhaltige Projekte oft ein enges Netz von langfristigen Verantwortlichkeiten und Verpflichtungen ein. Ökologisch wirtschaftende Höfe übernehmen Verantwortung für ein Stück Land; lokale Initiativen sind eng verbunden mit ihrem Dorf, ihrer Gemeinschaft, ihrem Viertel; nachhaltig wirtschaftende Unternehmen pflegen und vertiefen die Bindung an ihre Kunden und Geschäftspartner. Eine nachhaltige Gesellschaft braucht ein enges Netz von gegenseitigen Verpflichtungen und Verantwortungen, denn Menschen, Unternehmen, Orte und Dinge sind eben nicht immer beliebig austauschbar.

Sylke Messer-Radkte

Für die Menschen im ländlichen Raum ist Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema, nicht erst seit Kurzem, sondern schon immer. Hier wird Nachhaltigkeit seit langer Zeit gelebt, z.B. wird viel Wert auf regionale und saisonale Lebensmittel gelegt.

Das Leben im ländlichen Raum bedeutet aber auch Gemeinschaft und Weitergabe von Wissen, auch fördert die ehrenamtliche Tätigkeit, in unterschiedlichen Gremien, den Zusammenhalt und schafft Zukunftsperspektiven.

Unser heutiges Leben und Handeln wirkt sich auf unsere Zukunft und die unserer Kinder aus, darum müssen wir bewusst und verantwortungsvoll mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen umgehen. Landwirtschaft und Wirtschaft sind gefragt, bewusst zu produzieren sowie neue und effiziente Techniken einzusetzen. Doch nicht nur die nachhaltige Produktion ist wichtig, auch in den Familien muss nachhaltiger Konsum stattfinden.

Mit dem Nachhaltigkeitspreis sollen genau diese Projekte gewürdigt werden, die sich für nachhaltige Entwicklung im Bereich Wirtschaftlichkeit, Umweltverträglichkeit und Sozialer Gerechtigkeit einsetzen und somit unser Land zukunftsfähig machen. Dafür sind Ideen gefragt, die die gewohnten Wege verlassen, aber das Große und Ganze nicht aus dem Blick verlieren. Nachhaltigkeit geht uns alle an.

Prof. (em.) Dr. Ines Heindl

Von Generation zu Generation vollziehen sich Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft, die wir nicht mehr dem Zufall oder gar der Macht globaler Märkte überlassen dürfen. Wenn es uns jedoch nicht durch soziokulturelle Bildung gelingt, die nachhaltigen Lebensstile einer Generation zu fördern, dann werden sich die Trends von „Geiz ist geil“ über „Kauf ein, schmeiß weg“ bis zum „Billigtourismus“ fortsetzen, bis die materiellen und kulturellen Ressourcen des Planeten Erde unwiederbringlich erschöpft sind. Wir brauchen Ihre Ideen, die Menschen zusammenbringen, um nachhaltig etwas verändern zu können.